Roland Flade: Das Vertriebenenlager vor den Toren Gerbrunns

Vortrag von Dr. Roland Flade in der Kulturbühne Alte Feuerwehr.

Rund 1100 Menschen lebten nach dem Krieg im Vertriebenenlager vor den Toren Gerbrunns im heutigen Skyline Hill Gelände. Neben dem Alltag im Lager stellt der Historiker Dr. Roland Flade auch die Bezüge zu Gerbrunn vor.

Bevor das Lager eingerichtet wurde, warnte der Würzburger OB Hans Löffler davor. Löffler argumentierte, dass jede Besiedlung des Hublands in einer Zeit eklatanten Nahrungsmangels problematisch sei. Die Gerbrunner Bauern besaßen am Hubland zahlreiche Obstbäume, die vor Felddiebstählen dann nicht mehr sicher seien. Ein Flüchtlingslager stelle für die Obstbauern geradezu „ein wirtschaftliches Todesurteil“ dar.

Im Lager existierten eine Schule, die auch als Kirche benutzt wurde, sowie mehrere Vereine. Theatergruppen studierten Märchen ein und waren damit auch außerhalb zu Gast, zum Beispiel in Gerbrunn. Wahrscheinlich spielten die Fußballer des Lagers auch gegen Gerbrunner.

Sammlung Roland Flade | Die Volkstanzgruppe der Vertriebenen probte im Nebenzimmer des Gasthauses „Kirschbaum“ in Gerbrunn.

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