Ralf Kuhn, Randersackerer Original und Zunftmeister, erzählte beim Besuch im Steinhauermuseum am 3. Mai von längst vergangenen Zeiten, von der Sozialstruktur im Ort, vom Zusammenhalt der Steinhauer, aber auch von der Not nach 1920.
Was haben die Gaibacher Konstitutionssäule, einige der Münchner Isarbrücken und der Sockel der Würzburger Residenz gemeinsam? Den „Rantzackera Stee“! Vor allem zwischen 1870 und 1914 war der in den Steinbrüchen des Gersbergs gewonnene Quaderkalk hochbegehrt und gab vielen Familien in unserer Nachbargemeinde Randersacker Arbeit und Brot. Über lange Zeit standen die „Steehawermäster“ an der Spitze der Steuerzahler, die Infrastruktur für Abbau, Verarbeitung und Transport prägte den ganzen Ort. Wagner, Schmiede, Sattler und Fährleute, aber auch Schuster, Bierbrauer, Limonadenmischer und Wirtsleute hatten dank des Steinhauergewerbes ihr Auskommen. Wein wurde damals vor allem für den Eigenbedarf angebaut.
Anhand der historischen Geräte erläuterte Kuhn den mühsamen Prozess des Gesteinsabbaus. Neben Originalwerkzeugen wie Zweispitz, Handfäustel und Klüpfel konnten wir einen echten „Steehawer“-Arbeitsplatz bestaunen. Besonders eindrucksvoll war das Modell des Derrick-Krans, mit dem Kuhn die Hebe- und Transporttechniken in den Steinbrüchen veranschaulichte.
Herzlichen Dank an Ralf Kuhn für die spannenden Einblicke!
